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Historie der 30qm-Rennklasse (L-Boot)

Die Nationale 30qm-Rennklasse (Binnenkielklasse)

Auf dem 21. Deutschen Seglertag 1913 stellten die Berliner Segelvereine gemeinsam den Antrag auf Gründung einer offenen Kielbootklasse mit 30qm Segelfläche. Die neu zu schaffende Bootsklasse sollte die Lücke zwischen dem 45-er Nationalen Kreuzer und der 22qm-Nationalen-Binnenjolle (J-Jolle) schließen. Darüber hinaus wollte man der durch ständige Neubauten immer kostspieliger werdenden Sonderklasse ein preisgünstiges Rennboot entgegensetzen welches auch als "Nachmittagsboot" geeignet ist.

Ein kleiner Ausflug zur Sonderklasse:
An einem Bierabend im Jahre 1899, im Anschluß an eine Seewettfahrt nach Travemünde, beschlossen Kaiser Wilhelm II und der englische Segler Quentin, eine internationale Rennyacht entstehen zu lassen. Es sollte ein offenes Drei-Mann Kielboot sein. Dieses dann als "Sonderklasse" bezeichnete Schiff war es im wahrsten Worte. Denn neben der Formelfestlegung für die Konstruktionsklasse wurde vereinbart, dass diese Yachten auf Regatten nur von drei HERREN gesegelt werden, die ihren "Lebensunterhalt nicht durch ihrer Hände Arbeit verdienen".

Diese neue Bootsklasse bekam das Segelzeichen L. Die 30qm Binnenkielklasse ist eine Grenzmaßklasse, die eine Maximalbegrenzung der Segelfläche und des Tiefgangs, sowie eine Minimalbegrenzung des Gesamtgewichts und der Breite, bei Festlegung eines gewissen Rauminhaltes vorgibt.

Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurden bereits sechzehn 30-er gebaut. Der große Aufschwung begann nach dem Kriege. 1924 hatte die Klasse mit 91 beim D.S.V. registrierten Schiffen ihren Höchststand erreicht. Am intensivsten wurde die Klasse auf Berliner Seen gesegelt, aber auch auf süddeutschen Revieren, dem Rhein sowie auf Schweizer Seeen wie dem Thunersee. Der Wettkampf fand nicht nur auf dem Wasser zwischen den Rennseglern statt, es war auch ein "Kampf" der bekanntesten Konstrukteure und Werften, aus dem Innland und Ausland. Dadurch wurde aus jedem der 204 gebauten 30-er annähernd ein individuelles Einzelstück.

Im Jahre 1933 wurde die Klasse vom D.S.V. zur Altersklasse ohne Neubauberechtigung erklärt. Allerdings wurden 1949 zwei und 1961 der letzte 30-er (A&R Nr. 5721) nach den unveränderten Bauvorschriften und Vermessungsvorschriften gebaut. Bis zum Jahre 1966 war der Klassenbestand auf ca. 30 Schiffe mit Messbrief "geschrumpft".

1996 wurde von einigen Eignern die Klasse durch die Gründung der Klassenvereinigung wieder belebt. Die offizielle Bezeichnung der Klasse lautet "30qm Binnenkielklasse e.V.", bekannt aber auch unter den Namen L-Boot und 30-er Binnenkieler.